Clara Terschlüsen | 28. Januar 2025 | Lesedauer 6 min

Foto: Hof Retzlaff
Der Verein Crowd & Rüben e.V. organisiert für ca. 70 Familien die Arbeitskraft und Infrastruktur zur Erzeugung von Lebensmitteln wie Gemüse und Obst mit naturnahen, ökologischen Methoden vor Ort. Die Arbeit und das Produkt wie auch die Kosten und das Risiko werden geteilt. Dabei hängt die Ernte vom Wetter und der Jahreszeit ab. Das Risiko hängt somit nicht an einem:einer einzelnen Bäuerin oder Bauern, der:die viel Geld investieren muss, um die eigene Existenz für das kommende Jahr zu sichern.
Viele kleine Höfe mussten den Kampf gegen die Großkonzerne aufgeben. Mit dem Konzept der SoLaWi [1] treten Menschen in Deutschland und der EU aus diesem Kreislauf aus. Mit diesem neuen Ansatz hat der Bauer:die Bäuerin ein festes Einkommen über das ganze Jahr hinweg, mit dem er:sie kalkulieren kann. So behält nicht nur der Bauer:die Bäuerin mehr Geld, sondern auch der:die Kund:in zahlt weniger, da der Zwischenhandel komplett weg fällt. Die Konsument:innen erhalten das Produkt des weiteren an dem Ort, wo es auch produziert wird und sehen, wie die Ware produziert wird. So haben diese auch zu jeder Zeit einen Einblick in den Ablauf und können selbst mitarbeiten. Darüber hinaus muss die Ware nicht mehr verpackt werden; die umweltschädlichen Lieferwege fallen weg und es gibt nur saisonale Produkte.
[1} „solidarische Landwirtschaft“
Neben diesen Vorteilen steckt sowohl im Namen als auch in dem Konzept der soziale Aspekt, denn die Kund:innen können sich kennenlernen, gemeinsam Veranstaltungen besuchen, Interessengruppen bilden, an Kursen teilnehmen und sich gegenseitig etwas beibringen. Das Konzept basiert auf dem Prinzip, dass mehrere Haushalte die Kosten für den Anbau tragen und im Gegenzug die Ernteerträge erhalten. Das schafft eine direkte Verbindung zwischen Erzeuger:innen und Verbraucher:innen und bietet beiden Seiten vielfältige Vorteile. Der monatliche Beitrag beträgt im Durchschnitt 90€ [2]. Es gibt auch Mitglieder, die gar keinen Beitrag zahlen und dafür wöchentlich ein paar Stunden auf dem Hof arbeiten. Den Ernteanteil können sich die Mitglieder dann einmal pro Woche abholen.
[2} Menschen, die weniger Einkommen haben, müssen auch weniger zahlen.
Neben der Arbeit gibt es viele Veranstaltungen, an denen Interessierte teilnehmen können: Zum Beispiel die Kräuterwanderungen. Im Frühjahr wurden Wanderungen organisiert, bei denen Teilnehmende heimische Wildkräuter und deren Verwendung kennenlernen konnten. Oder Yoga im Hofgarten, was in den Sommermonaten angeboten wird, um Wohlbefinden und Achtsamkeit in natürlicher Umgebung zu fördern.
Neben Planungstreffen und Mitgliederversammlungen stehen dieses Jahr noch weitere Veranstaltungen an wie zum Beispiel Naturkurse, ein Pflanzenmarkt, ein Lagerfeuerabend, Gemüse Fermente selber machen, ein Erntedankfest, ein Dinner im Freien und Baumpflanzungen.
Auf der SoLaWi-Fläche und im Wald wurden zahlreiche Bäume und Sträucher gepflanzt, um die Landschaft zu bereichern und Lebensraum für Tiere zu schaffen. Gärtnern mit Kindern ist ebenfalls einer der vielen sozialen Aspekte der SoLaWi. Kinder aus lokalen Bildungseinrichtungen nehmen an praktischen Aktivitäten wie Bodenproben und Kartoffelernte teil, um Wissen über Ernährung und Umweltbewusstsein zu vermitteln.
Die SoLaWi Crowd & Rüben fördert nicht nur eine regionale und saisonale Ernährung, sondern vermittelt auch einen achtsamen Umgang mit der Natur. Der Verein engagiert sich zudem für den Erhalt alter Nutzpflanzen und die Pflege von Naturräumen, was zur Förderung lebhafter Landschaften beiträgt [3].
[3} Das Projekt setzt sich für Umwelt- und Klimaschutz, Biodiversität und Naturbildung ein.
Interessierte haben die Möglichkeit, bei Hofrundgängen einen persönlichen Eindruck vom Projekt zu gewinnen und offene Fragen zu klären. Die Mitglieder wenden naturnahe, nachhaltige Anbaumethoden an und legen großen Wert auf eine transparente und ökologische Erzeugung von Lebensmitteln. Jeden zweiten Samstag treffen sich Anteilsnehmer, Vereinsmitglieder und Interessierte zum „Gartentreff“, um gemeinsam den Gemüseanbau voranzutreiben und die Fläche mit Permakultur-Methoden zu gestalten.
Werner T., eines der neuesten Mitglieder der SoLaWi
Credits
Foto: Hof Retzlaff
Text: Clara Terschlüsen
Verlinkungen: Web Hof Retzlaff / Crowd und Rüben: https://crowdundrueben.com
Clara Terschlüsen
28. Januar 2025
Lesedauer 6 min

Foto: Hof Retzlaff
Der Verein Crowd & Rüben e.V. organisiert für ca. 70 Familien die Arbeitskraft und Infrastruktur zur Erzeugung von Lebensmitteln wie Gemüse und Obst mit naturnahen, ökologischen Methoden vor Ort. Die Arbeit und das Produkt wie auch die Kosten und das Risiko werden geteilt. Dabei hängt die Ernte vom Wetter und der Jahreszeit ab. Das Risiko hängt somit nicht an einem:einer einzelnen Bäuerin oder Bauern, der:die viel Geld investieren muss, um die eigene Existenz für das kommende Jahr zu sichern.
Viele kleine Höfe mussten den Kampf gegen die Großkonzerne aufgeben. Mit dem Konzept der SoLaWi [1] treten Menschen in Deutschland und der EU aus diesem Kreislauf aus.
[1} „solidarische Landwirtschaft“
Mit diesem neuen Ansatz hat der Bauer:die Bäuerin ein festes Einkommen über das ganze Jahr hinweg, mit dem er:sie kalkulieren kann. So behält nicht nur der Bauer:die Bäuerin mehr Geld, sondern auch der:die Kund:in zahlt weniger, da der Zwischenhandel komplett weg fällt. Die Konsument:innen erhalten das Produkt des weiteren an dem Ort, wo es auch produziert wird und sehen, wie die Ware produziert wird. So haben diese auch zu jeder Zeit einen Einblick in den Ablauf und können selbst mitarbeiten. Darüber hinaus muss die Ware nicht mehr verpackt werden; die umweltschädlichen Lieferwege fallen weg und es gibt nur saisonale Produkte.
Neben diesen Vorteilen steckt sowohl im Namen als auch in dem Konzept der soziale Aspekt, denn die Kund:innen können sich kennenlernen, gemeinsam Veranstaltungen besuchen, Interessengruppen bilden, an Kursen teilnehmen und sich gegenseitig etwas beibringen. Das Konzept basiert auf dem Prinzip, dass mehrere Haushalte die Kosten für den Anbau tragen und im Gegenzug die Ernteerträge erhalten. Das schafft eine direkte Verbindung zwischen Erzeuger:innen und Verbraucher:innen und bietet beiden Seiten vielfältige Vorteile. Der monatliche Beitrag beträgt im Durchschnitt 90€ [2]. Es gibt auch Mitglieder, die gar keinen Beitrag zahlen und dafür wöchentlich ein paar Stunden auf dem Hof arbeiten. Den Ernteanteil können sich die Mitglieder dann einmal pro Woche abholen.
[2} Menschen, die weniger Einkommen haben, müssen auch weniger zahlen.
Neben der Arbeit gibt es viele Veranstaltungen, an denen Interessierte teilnehmen können: Zum Beispiel die Kräuterwanderungen. Im Frühjahr wurden Wanderungen organisiert, bei denen Teilnehmende heimische Wildkräuter und deren Verwendung kennenlernen konnten. Oder Yoga im Hofgarten, was in den Sommermonaten angeboten wird, um Wohlbefinden und Achtsamkeit in natürlicher Umgebung zu fördern.
Neben Planungstreffen und Mitgliederversammlungen stehen dieses Jahr noch weitere Veranstaltungen an wie zum Beispiel Naturkurse, ein Pflanzenmarkt, ein Lagerfeuerabend, Gemüse Fermente selber machen, ein Erntedankfest, ein Dinner im Freien und Baumpflanzungen.
Auf der SoLaWi-Fläche und im Wald wurden zahlreiche Bäume und Sträucher gepflanzt, um die Landschaft zu bereichern und Lebensraum für Tiere zu schaffen. Gärtnern mit Kindern ist ebenfalls einer der vielen sozialen Aspekte der SoLaWi. Kinder aus lokalen Bildungseinrichtungen nehmen an praktischen Aktivitäten wie Bodenproben und Kartoffelernte teil, um Wissen über Ernährung und Umweltbewusstsein zu vermitteln.
Die SoLaWi Crowd & Rüben fördert nicht nur eine regionale und saisonale Ernährung, sondern vermittelt auch einen achtsamen Umgang mit der Natur. Der Verein engagiert sich zudem für den Erhalt alter Nutzpflanzen und die Pflege von Naturräumen, was zur Förderung lebhafter Landschaften beiträgt [3].
[3} Das Projekt setzt sich für Umwelt- und Klimaschutz, Biodiversität und Naturbildung ein.
Interessierte haben die Möglichkeit, bei Hofrundgängen einen persönlichen Eindruck vom Projekt zu gewinnen und offene Fragen zu klären. Die Mitglieder wenden naturnahe, nachhaltige Anbaumethoden an und legen großen Wert auf eine transparente und ökologische Erzeugung von Lebensmitteln. Jeden zweiten Samstag treffen sich Anteilsnehmer, Vereinsmitglieder und Interessierte zum „Gartentreff“, um gemeinsam den Gemüseanbau voranzutreiben und die Fläche mit Permakultur-Methoden zu gestalten.
Werner T., eines der neuesten Mitglieder der SoLaWi
Credits
Foto: Hof Retzlaff
Text: Clara Terschlüsen
Verlinkungen: Web Hof Retzlaff / Crowd und Rüben: https://crowdundrueben.com