Die Ostsee ist ein ruhiges, kleines und touristisch beliebtes Binnenmeer mit herrlichen Stränden und großartigen Naturräumen. Unterhalb ihrer Oberfläche gibt es allerdings Gründe zur Sorge: Es wird und wurde vieles versenkt und eingeleitet, was nicht in die Ostsee gehört: konventionelle und chemische Kampfmittel aus zwei Weltkriegen, Atommüll, Stickstoffe aus Düngemitteln und Gifte aus Industrie und Landwirtschaft. Die Ostsee ist so zum schmutzigsten Meer der Welt mit riesigen grundnahen „Todeszonen” geworden, in denen es praktisch kein Leben mehr gibt.
Mit Bildern von der Ostsee und ihren Gestaden wird der Blick in die Richtung gelenkt, in der sich etwas Furchtbares unsichtbar in der Tiefe befindet. Es sind keine Geheimnisse, nur unpopuläre Fakten. Was die Ostsee verbirgt, kann sich nur ein Betrachter vorstellen, der weiß, was er nicht sieht.
Marcus Wildelau untersucht die problematische und paradoxe Beziehung der Menschen zur Natur und zu ihrer Wahrnehmung von ihr, bei der oft das Interesse am Bild von Natur mächtiger scheint als an Natur selbst.
Von aktuellen Ressourcen und ihrem Einfluss auf Design und Technologie:
Kennen wir unsere aktuell zur Verfügung stehenden Ressourcen im Bereich Recycling für den Bekleidungssektor? Welcher Post- Consumer Waste ist wertvoll genug um recycled zu werden? Was braucht es, um recyclete Bekleidung zukünftig besser lesbar und diese dadurch möglicherweise auch wieder wertvoller zu machen? Um zukünftig nachhaltigere Entscheidungen in dem Bereich treffen zu können, braucht es viele unterschiedliche Akteur*innen entlang der textilen Kette, die bereit sind, auf aktuelle Ressourcen einzugehen und diese zu transformieren – hin zu einer wertvollen, bewussten und zirkulierenden Nutzung.
Magdalena Kohler arbeitet an der Universität der Künste Berlin als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Rahmen des internationalen Forschungsprojektes STELEC, mit dem Ziel, Elektronische Textilien nachhaltiger und recyclingfähiger zu gestalten. Derzeit promoviert sie an der Technischen Universität Chemnitz und erforscht den Wollfaserkreislauf für Bekleidungstextilien aus ganzheitlicher Sicht. Ihr interdisziplinärer Ansatz zu Design und Technologie ist sowohl in ihrer künstlerischen Arbeit als auch in ihrer Lehre von wichtiger Bedeutung.
Warum fällt es uns heute so schwer, positive Zukünfte vorzustellen? Der Vortrag zeigt, dass es kein Zufall ist, welche Zukunftsszenarien für uns vorstellbar sind. Medial konstruierte Bilder, unbewusstes Verhalten und kognitive Dissonanz prägen unser Zukunftsdenken stärker, als uns oft bewusst ist. Mit Impulsen aus kritischer Zukunftsforschung, positiver Psychologie und Medientheorie wollen wir die eigene Vorstellungskraft neu entdecken und kritisch einsetzen.
Im Anschluss sprechen wir mit einigen Studierenden der HSBI, deren gestalterische Projekte zum Ziel haben, Zukünfte erfahrbar zu machen.
Umbrüche, wie wir sie derzeit erleben, spiegeln sich im Design wider. Im Kontext der sozialökologischen Transformation verändern sie die Anforderungen an das Design als auch unsere Vorstellungen von Design. Wie können wir als Designer*innen Veränderungsprozesse kollaborativ und nachhaltig gestalten? Wie können wir transformative Praktiken besser integrieren – insbesondere in Bezug auf die Vielfalt der Akteur*innen, mit denen und für die wir gestalten und entwickeln? Und welche Design- und Forschungsverständnisse helfen uns, eine gerechtere digitale Transformation mitzugestalten?
Design ist nie neutral – es formt unsere Wahrnehmung, unser Handeln und unsere Umwelt. „Form follows Environment“ bedeutet, dass Gestaltung nicht isoliert entsteht, sondern sich aus ökologischen, sozialen und technologischen Bedingungen ableitet. Nachhaltiges Kommunikationsdesign erfordert nicht nur neue Strategien, sondern auch eine bewusste Haltung. Wie können wir als Gestalter:innen dazu beitragen, dass unsere Arbeit nicht nur ästhetisch, sondern auch ethisch und ökologisch tragfähig ist?
Entlang ihrer Praxis als Kuratorin berichtet Cale Garrido von ihren Begegnungen mit visuellen Künstler:innen, die sich auf inspirierende Weise mit drängenden sozioökologischen Fragen auseinandersetzen. In ihrem Beitrag lädt sie dazu ein, über die Rolle der zeitgenössischen Fotografie in der Debatte um eine lebenswerte Zukunft nachzudenken und Möglichkeiten einer nachhaltigeren Ausstellungspraxis zu diskutieren. Dabei geht es unter anderem um den Einsatz nachhaltiger Materialien und Entwicklungsprozesse sowie um die Vernetzung von Kunst und Wissenschaft.
Cale Garrido ist freie Kuratorin, Autorin und Fotoredakteurin, die sich auf zeitgenössische Fotografie spezialisiert. Derzeit ist sie Kuratorin der 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026. Ihre Arbeit umfasst Ausstellungen, Publikationen und Filmprogramme, wobei ihr Hauptaugenmerk auf sozialen und ökologischen Themen liegt. Zusätzlich lehrt sie als Gastdozentin an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin.
Die Natur braucht uns nicht – wir sie aber umso mehr. Obwohl über 50% der in uns lebenden Zellen nicht-menschlich sind, nimmt sich der Mensch selbst als abgeschlossen wahr. Während westliche Wirtschaftsmodelle die Natur primär als Ressource sehen und monotheistischen Religionen den Menschen an die Spitze der Schöpfung setzen, verlieren wir den Kontakt zur uns umgebenden natürlichen Welt.
Die poetisch-dokumentarische Fotoarbeit „The Mountain that Walks“ begibt sich auf eine visuelle Reise zur Erde und besucht Orte, an denen die Natur zum Rechtssubjekt erklärt werden soll, durchforstet vergessene Heiligtümer vergangener Gesellschaften und gräbt aus, was von den Erzählungen übrig geblieben ist.
Philipp Meuser sucht nach den Bildern einer neuen Wahrnehmung und nach Geist, Sprache und Kultur einer Welt, aus deren vermeintlichem Zentrum wir uns umschauen. Und er fragt sich: Wenn wir auf die Natur schauen, was sehen wir eigentlich?
Die Ostsee ist ein ruhiges, kleines und touristisch beliebtes Binnenmeer mit herrlichen Stränden und großartigen Naturräumen. Unterhalb ihrer Oberfläche gibt es allerdings Gründe zur Sorge: Es wird und wurde vieles versenkt und eingeleitet, was nicht in die Ostsee gehört: konventionelle und chemische Kampfmittel aus zwei Weltkriegen, Atommüll, Stickstoffe aus Düngemitteln und Gifte aus Industrie und Landwirtschaft. Die Ostsee ist so zum schmutzigsten Meer der Welt mit riesigen grundnahen „Todeszonen” geworden, in denen es praktisch kein Leben mehr gibt.
Mit Bildern von der Ostsee und ihren Gestaden wird der Blick in die Richtung gelenkt, in der sich etwas Furchtbares unsichtbar in der Tiefe befindet. Es sind keine Geheimnisse, nur unpopuläre Fakten. Was die Ostsee verbirgt, kann sich nur ein Betrachter vorstellen, der weiß, was er nicht sieht.
Marcus Wildelau untersucht die problematische und paradoxe Beziehung der Menschen zur Natur und zu ihrer Wahrnehmung von ihr, bei der oft das Interesse am Bild von Natur mächtiger scheint als an Natur selbst.
Von aktuellen Ressourcen und ihrem Einfluss auf Design und Technologie:
Kennen wir unsere aktuell zur Verfügung stehenden Ressourcen im Bereich Recycling für den Bekleidungssektor? Welcher Post- Consumer Waste ist wertvoll genug um recycled zu werden? Was braucht es, um recyclete Bekleidung zukünftig besser lesbar und diese dadurch möglicherweise auch wieder wertvoller zu machen? Um zukünftig nachhaltigere Entscheidungen in dem Bereich treffen zu können, braucht es viele unterschiedliche Akteur*innen entlang der textilen Kette, die bereit sind, auf aktuelle Ressourcen einzugehen und diese zu transformieren – hin zu einer wertvollen, bewussten und zirkulierenden Nutzung.
Magdalena Kohler arbeitet an der Universität der Künste Berlin als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Rahmen des internationalen Forschungsprojektes STELEC, mit dem Ziel, Elektronische Textilien nachhaltiger und recyclingfähiger zu gestalten. Derzeit promoviert sie an der Technischen Universität Chemnitz und erforscht den Wollfaserkreislauf für Bekleidungstextilien aus ganzheitlicher Sicht. Ihr interdisziplinärer Ansatz zu Design und Technologie ist sowohl in ihrer künstlerischen Arbeit als auch in ihrer Lehre von wichtiger Bedeutung.
Warum fällt es uns heute so schwer, positive Zukünfte vorzustellen? Der Vortrag zeigt, dass es kein Zufall ist, welche Zukunftsszenarien für uns vorstellbar sind. Medial konstruierte Bilder, unbewusstes Verhalten und kognitive Dissonanz prägen unser Zukunftsdenken stärker, als uns oft bewusst ist. Mit Impulsen aus kritischer Zukunftsforschung, positiver Psychologie und Medientheorie wollen wir die eigene Vorstellungskraft neu entdecken und kritisch einsetzen.
Im Anschluss sprechen wir mit einigen Studierenden der HSBI, deren gestalterische Projekte zum Ziel haben, Zukünfte erfahrbar zu machen.
Umbrüche, wie wir sie derzeit erleben, spiegeln sich im Design wider. Im Kontext der sozialökologischen Transformation verändern sie die Anforderungen an das Design als auch unsere Vorstellungen von Design. Wie können wir als Designer*innen Veränderungsprozesse kollaborativ und nachhaltig gestalten? Wie können wir transformative Praktiken besser integrieren – insbesondere in Bezug auf die Vielfalt der Akteur*innen, mit denen und für die wir gestalten und entwickeln? Und welche Design- und Forschungsverständnisse helfen uns, eine gerechtere digitale Transformation mitzugestalten?
Design ist nie neutral – es formt unsere Wahrnehmung, unser Handeln und unsere Umwelt. „Form follows Environment“ bedeutet, dass Gestaltung nicht isoliert entsteht, sondern sich aus ökologischen, sozialen und technologischen Bedingungen ableitet. Nachhaltiges Kommunikationsdesign erfordert nicht nur neue Strategien, sondern auch eine bewusste Haltung. Wie können wir als Gestalter:innen dazu beitragen, dass unsere Arbeit nicht nur ästhetisch, sondern auch ethisch und ökologisch tragfähig ist?
Entlang ihrer Praxis als Kuratorin berichtet Cale Garrido von ihren Begegnungen mit visuellen Künstler:innen, die sich auf inspirierende Weise mit drängenden sozioökologischen Fragen auseinandersetzen. In ihrem Beitrag lädt sie dazu ein, über die Rolle der zeitgenössischen Fotografie in der Debatte um eine lebenswerte Zukunft nachzudenken und Möglichkeiten einer nachhaltigeren Ausstellungspraxis zu diskutieren. Dabei geht es unter anderem um den Einsatz nachhaltiger Materialien und Entwicklungsprozesse sowie um die Vernetzung von Kunst und Wissenschaft.
Cale Garrido ist freie Kuratorin, Autorin und Fotoredakteurin, die sich auf zeitgenössische Fotografie spezialisiert. Derzeit ist sie Kuratorin der 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026. Ihre Arbeit umfasst Ausstellungen, Publikationen und Filmprogramme, wobei ihr Hauptaugenmerk auf sozialen und ökologischen Themen liegt. Zusätzlich lehrt sie als Gastdozentin an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin.
Die Natur braucht uns nicht – wir sie aber umso mehr. Obwohl über 50% der in uns lebenden Zellen nicht-menschlich sind, nimmt sich der Mensch selbst als abgeschlossen wahr. Während westliche Wirtschaftsmodelle die Natur primär als Ressource sehen und monotheistischen Religionen den Menschen an die Spitze der Schöpfung setzen, verlieren wir den Kontakt zur uns umgebenden natürlichen Welt.
Die poetisch-dokumentarische Fotoarbeit „The Mountain that Walks“ begibt sich auf eine visuelle Reise zur Erde und besucht Orte, an denen die Natur zum Rechtssubjekt erklärt werden soll, durchforstet vergessene Heiligtümer vergangener Gesellschaften und gräbt aus, was von den Erzählungen übrig geblieben ist.
Philipp Meuser sucht nach den Bildern einer neuen Wahrnehmung und nach Geist, Sprache und Kultur einer Welt, aus deren vermeintlichem Zentrum wir uns umschauen. Und er fragt sich: Wenn wir auf die Natur schauen, was sehen wir eigentlich?