Felix Behnke | 14. Januar 2025 | Lesedauer min
Seit meinen Teenagerjahren beschäftigt mich das Thema Nachhaltigkeit. Anfangs war es ein vages Interesse, inspiriert durch Schulprojekte oder vereinzelte Videos über Umweltprobleme. Doch je älter ich wurde, desto mehr entwickelte sich daraus eine Frage der Verantwortung. Die Schlagworte „Erderwärmung“, „Umweltverschmutzung“ und „Klimagerechtigkeit“ wurden präsenter – nicht nur in den Nachrichten, sondern auch in meinem Alltag. Es fühlte sich an, als würde das Gewicht dieser globalen Herausforderungen immer näher rücken, bis ich mir schließlich die Frage stellte:
Zur Erstellung/Überarbeitung des Textes wurden KI-Tools zur Hilfe genommen

Was kann ich überhaupt tun?
Zunächst überwog die Ohnmacht. Im Vergleich zu den Emissionen großer Konzerne oder ganzer Staaten schien mein persönlicher CO₂-Fußabdruck lächerlich klein. Würde es wirklich etwas ändern, wenn ich Plastiktüten vermeide oder meinen Konsum reduziere? An manchen Tagen fühlte sich mein eigenes Tun sinnlos an.
Ich erinnere mich an eine Situation im Winter: Es regnete in Strömen, und ich radelte zur Uni. Meine Hände waren klamm, das Gesicht vom Wind durchgefroren, und neben mir brummte ein großer SUV vorbei – mit nur einer Person am Steuer. Die Heizung lief, die Musik dröhnte, und plötzlich erschien mir meine Mühe absurd. Warum machte ich mir die Mühe, wenn es so offensichtlich keinen Unterschied machte und ich auch einfach hinter dem Steuer sitzen und gemütlich zur Uni fahren könnte? Aufgrund dessen gab es auch immer wieder Phasen, in denen ich von Nachhaltigkeit genervt war. Jede Art von Nachrichten und politischer Arbeit störte mich und ich war sehr frustriert. In dieser Zeit ließ ich all meine Prinzipien fallen, fühlte mich aber auch nicht besser.
Solche Momente haben mich häufig in Zweifel gestürzt. Es fühlte sich an, als stünden wir einer riesigen Katastrophe hilflos gegenüber. Gleichzeitig schien niemand wirklich etwas dagegen zu tun: Konzerne verlagern ihre Produktionen in Länder mit laschen Umweltauflagen, Privatjets ziehen über den Himmel, und Regierungen handeln nur zögerlich.
Doch irgendwann wurde mir klar, dass ich die falsche Perspektive hatte. Es geht nicht nur darum, allein die Welt zu retten, sondern auch darum, einen Einfluss auf mein direktes Umfeld auszuüben. Dieses Umdenken wurde für mich zu einem Wendepunkt.
Ein Beispiel: Als ich begann, mich vegan zu ernähren, sprach ich oft mit Freunden darüber. Anfänglich traf das auf Desinteresse oder sogar Spott. Doch ein Freund erzählte mir später, dass ihn diese Gespräche inspiriert hatten, sich mit seiner eigenen Ernährung auseinanderzusetzen. Das war ein Schlüsselmoment.
Ich verstand, dass unser Verhalten nie im Vakuum stattfindet. Wir alle beeinflussen uns gegenseitig – sei es durch unser Handeln oder die Gespräche, die wir führen. Diese Erkenntnis hat mich motiviert, weiterzumachen, auch wenn der direkte Einfluss meiner Entscheidungen zunächst klein erschien. Unser eigenes Verhalten und dessen Einfluss auf unserer Mitmenschen ist in meinen Augen einer der—wenn nicht sogar der größte Einfluss, den wir auf das Klima haben können.
Was mir beim Umdenken half, war der Austausch mit anderen Menschen, die ähnliche Ziele verfolgten. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen öffneten mir die Augen dafür, dass es weniger um Perfektion geht, sondern um das Fortschreiten in kleinen Schritten. Außerdem merkte ich, wie viel einfacher und motivierender es ist, nachhaltige Gewohnheiten zu entwickeln, wenn man von einer Gemeinschaft umgeben ist, die ähnliche Werte teilt.
Dabei habe ich gelernt, dass nachhaltiges Verhalten am überzeugendsten durch Vorbilder vermittelt wird – nicht durch erhobene Zeigefinger. Wenn ich zeige, wie ich bewusst einkaufe, meinen Müll reduziere oder meistens ohne Auto zurechtkomme, kann das inspirierend wirken. Es geht nicht darum, andere zu belehren, sondern ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, die attraktiv und lebenswert sind.
Natürlich gibt es immer noch Momente, die mich ins Grübeln bringen. Etwa, wenn ich auf Social Media sehe, wie manche Menschen scheinbar achtlos mit Ressourcen umgehen, während ich selbst versuche, auf vieles zu verzichten. Oder wenn ich Diskussionen über den Klimawandel mitbekomme, in denen Menschen ihn abstreiten.
Diese Gespräche zu führen, ist herausfordernd. Menschen, die den Klimawandel leugnen oder die Dringlichkeit des Problems herunterspielen, handeln oft aus Angst oder Unsicherheit. Es ist einfacher, ein komplexes Problem als „Lüge“ abzutun, als sich mit der unbequemen Realität auseinanderzusetzen.
Doch anstatt mich in hitzigen Diskussionen zu verlieren, versuche ich respektvoll zu bleiben und Wissen zu teilen. In meinem Umfeld habe ich festgestellt, dass Offenheit meist mehr bewirken kann als harte Überzeugungsarbeit. Wenn wir bereit sind zuzuhören, schaffen wir eine Grundlage für Veränderung – und das beginnt im Kleinen.
Auch wenn der Fokus auf dem eigenen Umfeld liegt, dürfen wir den größeren Zusammenhang nicht vergessen. Immer wieder höre ich das Argument: „Warum soll ich mich einschränken, wenn Länder wie China oder die USA weiterhin Unmengen an CO₂ ausstoßen?“
Dieses Argument mag auf den ersten Blick logisch erscheinen, blendet jedoch die eigene Verantwortung aus. Deutschland gehört weltweit zu den größten Verursachern von Emissionen und hat durch seine wirtschaftliche Position die Möglichkeit, als Vorbild zu agieren. Wenn wir zeigen, dass nachhaltige Technologien und Lebensweisen machbar und attraktiv sind, können wir andere Länder inspirieren und unterstützen.
Es geht nicht nur darum, Zahlen zu senken, sondern eine globale Bewegung anzustoßen, die von Zusammenarbeit und gegenseitigem Lernen lebt. Dieser Gedanke ermutigt mich, nicht nur für mich selbst, sondern auch für zukünftige Generationen Verantwortung zu übernehmen.
Rückblickend habe ich viel über mich selbst gelernt. Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Lebensstil, sondern auch eine Haltung, die tief mit den eigenen Werten verknüpft ist. Es geht darum, bewusst zu leben und sich immer wieder die Frage zu stellen: Was hinterlasse ich?
Natürlich gibt es Rückschläge und Momente der Zweifel. Aber genau diese Herausforderungen haben mich geprägt. Sie haben mir gezeigt, dass Veränderung Zeit braucht – und dass es nicht darauf ankommt, perfekt zu sein, sondern konsequent weiterzumachen.
Credits
Illustration & Text: Felix Behnke
Felix Behnke
14. Januar 2025
Lesedauer min
Seit meinen Teenagerjahren beschäftigt mich das Thema Nachhaltigkeit. Anfangs war es ein vages Interesse, inspiriert durch Schulprojekte oder vereinzelte Videos über Umweltprobleme. Doch je älter ich wurde, desto mehr entwickelte sich daraus eine Frage der Verantwortung. Die Schlagworte „Erderwärmung“, „Umweltverschmutzung“ und „Klimagerechtigkeit“ wurden präsenter – nicht nur in den Nachrichten, sondern auch in meinem Alltag. Es fühlte sich an, als würde das Gewicht dieser globalen Herausforderungen immer näher rücken, bis ich mir schließlich die Frage stellte:
Zur Erstellung/Überarbeitung des Textes wurden KI-Tools zur Hilfe genommen

Zunächst überwog die Ohnmacht. Im Vergleich zu den Emissionen großer Konzerne oder ganzer Staaten schien mein persönlicher CO₂-Fußabdruck lächerlich klein. Würde es wirklich etwas ändern, wenn ich Plastiktüten vermeide oder meinen Konsum reduziere? An manchen Tagen fühlte sich mein eigenes Tun sinnlos an.
Ich erinnere mich an eine Situation im Winter: Es regnete in Strömen, und ich radelte zur Uni. Meine Hände waren klamm, das Gesicht vom Wind durchgefroren, und neben mir brummte ein großer SUV vorbei – mit nur einer Person am Steuer. Die Heizung lief, die Musik dröhnte, und plötzlich erschien mir meine Mühe absurd. Warum machte ich mir die Mühe, wenn es so offensichtlich keinen Unterschied machte und ich auch einfach hinter dem Steuer sitzen und gemütlich zur Uni fahren könnte? Aufgrund dessen gab es auch immer wieder Phasen, in denen ich von Nachhaltigkeit genervt war. Jede Art von Nachrichten und politischer Arbeit störte mich und ich war sehr frustriert. In dieser Zeit ließ ich all meine Prinzipien fallen, fühlte mich aber auch nicht besser.
Solche Momente haben mich häufig in Zweifel gestürzt. Es fühlte sich an, als stünden wir einer riesigen Katastrophe hilflos gegenüber. Gleichzeitig schien niemand wirklich etwas dagegen zu tun: Konzerne verlagern ihre Produktionen in Länder mit laschen Umweltauflagen, Privatjets ziehen über den Himmel, und Regierungen handeln nur zögerlich.
Doch irgendwann wurde mir klar, dass ich die falsche Perspektive hatte. Es geht nicht nur darum, allein die Welt zu retten, sondern auch darum, einen Einfluss auf mein direktes Umfeld auszuüben. Dieses Umdenken wurde für mich zu einem Wendepunkt.
Ein Beispiel: Als ich begann, mich vegan zu ernähren, sprach ich oft mit Freunden darüber. Anfänglich traf das auf Desinteresse oder sogar Spott. Doch ein Freund erzählte mir später, dass ihn diese Gespräche inspiriert hatten, sich mit seiner eigenen Ernährung auseinanderzusetzen. Das war ein Schlüsselmoment.
Ich verstand, dass unser Verhalten nie im Vakuum stattfindet. Wir alle beeinflussen uns gegenseitig – sei es durch unser Handeln oder die Gespräche, die wir führen. Diese Erkenntnis hat mich motiviert, weiterzumachen, auch wenn der direkte Einfluss meiner Entscheidungen zunächst klein erschien. Unser eigenes Verhalten und dessen Einfluss auf unserer Mitmenschen ist in meinen Augen einer der—wenn nicht sogar der größte Einfluss, den wir auf das Klima haben können.
Was mir beim Umdenken half, war der Austausch mit anderen Menschen, die ähnliche Ziele verfolgten. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen öffneten mir die Augen dafür, dass es weniger um Perfektion geht, sondern um das Fortschreiten in kleinen Schritten. Außerdem merkte ich, wie viel einfacher und motivierender es ist, nachhaltige Gewohnheiten zu entwickeln, wenn man von einer Gemeinschaft umgeben ist, die ähnliche Werte teilt.
Dabei habe ich gelernt, dass nachhaltiges Verhalten am überzeugendsten durch Vorbilder vermittelt wird – nicht durch erhobene Zeigefinger. Wenn ich zeige, wie ich bewusst einkaufe, meinen Müll reduziere oder meistens ohne Auto zurechtkomme, kann das inspirierend wirken. Es geht nicht darum, andere zu belehren, sondern ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, die attraktiv und lebenswert sind.
Natürlich gibt es immer noch Momente, die mich ins Grübeln bringen. Etwa, wenn ich auf Social Media sehe, wie manche Menschen scheinbar achtlos mit Ressourcen umgehen, während ich selbst versuche, auf vieles zu verzichten. Oder wenn ich Diskussionen über den Klimawandel mitbekomme, in denen Menschen ihn abstreiten.
Diese Gespräche zu führen, ist herausfordernd. Menschen, die den Klimawandel leugnen oder die Dringlichkeit des Problems herunterspielen, handeln oft aus Angst oder Unsicherheit. Es ist einfacher, ein komplexes Problem als „Lüge“ abzutun, als sich mit der unbequemen Realität auseinanderzusetzen.
Doch anstatt mich in hitzigen Diskussionen zu verlieren, versuche ich respektvoll zu bleiben und Wissen zu teilen. In meinem Umfeld habe ich festgestellt, dass Offenheit meist mehr bewirken kann als harte Überzeugungsarbeit. Wenn wir bereit sind zuzuhören, schaffen wir eine Grundlage für Veränderung – und das beginnt im Kleinen.
Auch wenn der Fokus auf dem eigenen Umfeld liegt, dürfen wir den größeren Zusammenhang nicht vergessen. Immer wieder höre ich das Argument: „Warum soll ich mich einschränken, wenn Länder wie China oder die USA weiterhin Unmengen an CO₂ ausstoßen?“
Dieses Argument mag auf den ersten Blick logisch erscheinen, blendet jedoch die eigene Verantwortung aus. Deutschland gehört weltweit zu den größten Verursachern von Emissionen und hat durch seine wirtschaftliche Position die Möglichkeit, als Vorbild zu agieren. Wenn wir zeigen, dass nachhaltige Technologien und Lebensweisen machbar und attraktiv sind, können wir andere Länder inspirieren und unterstützen.
Es geht nicht nur darum, Zahlen zu senken, sondern eine globale Bewegung anzustoßen, die von Zusammenarbeit und gegenseitigem Lernen lebt. Dieser Gedanke ermutigt mich, nicht nur für mich selbst, sondern auch für zukünftige Generationen Verantwortung zu übernehmen.
Rückblickend habe ich viel über mich selbst gelernt. Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Lebensstil, sondern auch eine Haltung, die tief mit den eigenen Werten verknüpft ist. Es geht darum, bewusst zu leben und sich immer wieder die Frage zu stellen: Was hinterlasse ich?
Natürlich gibt es Rückschläge und Momente der Zweifel. Aber genau diese Herausforderungen haben mich geprägt. Sie haben mir gezeigt, dass Veränderung Zeit braucht – und dass es nicht darauf ankommt, perfekt zu sein, sondern konsequent weiterzumachen.
Credits
Illustration & Text: Felix Behnke