
Da sind die einen, deren Leben von Überfluss geprägt ist. Sie besitzen mehr, als sie jemals brauchen könnten. Ihre Schränke quellen über, ihre Garagen sind voll, ihre Konten sind prall gefüllt. Sie horten Reichtümer, als gäbe es kein Morgen. Sie konsumieren, als gäbe es keine Grenzen.
Und da sind die anderen, die kaum das Nötigste zum Leben haben. Sie kämpfen jeden Tag ums Überleben, müssen jeden Cent zweimal umdrehen. Ihre Wohnungen sind klein, ihre Kleidung ist abgetragen, ihre Mahlzeiten sind karg. Sie leben am Rande des Existenzminimums, oft unsichtbar in der Welt derer, die im Überfluss leben.
Diese beiden Welten existieren nebeneinander, oft getrennt durch eine unsichtbare Mauer. Die einen leben im Luxus, während die anderen ums nackte Überleben kämpfen. Die Frage „Wer will noch mehr, wer hat zu viel?“ wird so zu einer bitteren Anklage, zu einem Spiegelbild der Ungleichheit in unserer Gesellschaft.
Manchmal entsteht dieses Gefühl der Ungerechtigkeit aus einer plötzlichen Erkenntnis, mit einem Blick in die Nachrichten, einer Begegnung auf der Straße, einem Gespräch mit einem Menschen, der in Armut lebt. Dann sehen wir die Diskrepanz zwischen Überfluss und Mangel, zwischen Luxus und Entbehrung, zwischen „mehr“ und „zu viel“.
Doch oft verflüchtigt sich diese Erkenntnis so schnell, wie sie gekommen ist. Der Alltag holt uns ein, die eigenen Sorgen und Bedürfnisse rücken in den Vordergrund, die Ungleichheit wird wieder zur Normalität. Und so leben wir weiter mit unserer eigenen Welt, häufig ohne uns der Größe der Kluft zwischen den Lebensrealitäten bewusst zu sein. Ist es wirklich notwendig, immer mehr zu wollen? Brauchen wir all die Dinge, die wir besitzen? Können wir nicht lernen, mit weniger zufrieden zu sein? Können wir nicht unseren Blick weiten und die Not derer sehen, die weniger haben als wir?
Es geht nicht darum, Mitleid zu haben und jemanden zu bemuttern. Es geht darum, wirklich Leben zu sichern. Nicht immer hasserfüllt auf andere zu blicken, sondern die Hand auszustrecken. „Guten Morgen“ zu sagen oder Hilfe anzubieten. Sollte es nicht eine Hauptsache sein, dass jeder die Möglichkeit zum Überleben hat? Es ist egal mit wie viel man nun glücklich wird, doch dass Menschen hungern müssen, während andere im Überfluss leben und mehr haben, dass sie gar darin ertrinken, dann kann das nicht gerechtfertigt werden.
Die Frage „Wer will noch mehr, wer hat zu viel?“ kann uns dazu anregen, über unser eigenes Konsumverhalten nachzudenken, über unsere Werte und Prioritäten, über unsere Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen und unserem Planeten. Sie kann uns dazu bewegen, uns für eine gerechtere Verteilung der Ressourcen einzusetzen, für eine Welt, in der niemand zu viel zu viel hat und niemand durch zu wenig leiden muss.
Diese Frage ist somit nicht nur eine Anklage, sie ist auch eine Einladung zur Reflexion, eine Aufforderung, Verantwortung zu übernehmen und unseren Teil zu einer gerechteren und nachhaltigeren Welt beizutragen. Sie erinnert uns daran, dass wahres Glück nicht im Besitz von immer mehr Dingen liegt, sondern in der Verbundenheit mit unseren Mitmenschen und der Achtung vor den Grenzen unseres Planeten. Sie erinnert uns daran, dass die Frage „Wer will noch mehr, wer hat zu viel?“ eine ist, die uns alle betrifft.
Credits
Bild: Kendra Mersch
Text: Katharina Hammes & Kendra Mersch
Verlinkungen:
Katharina Hammes & Kendra Mersch
03. Juli 2025
Lesedauer 3 min

Da sind die einen, deren Leben von Überfluss geprägt ist. Sie besitzen mehr, als sie jemals brauchen könnten. Ihre Schränke quellen über, ihre Garagen sind voll, ihre Konten sind prall gefüllt. Sie horten Reichtümer, als gäbe es kein Morgen. Sie konsumieren, als gäbe es keine Grenzen.
Und da sind die anderen, die kaum das Nötigste zum Leben haben. Sie kämpfen jeden Tag ums Überleben, müssen jeden Cent zweimal umdrehen. Ihre Wohnungen sind klein, ihre Kleidung ist abgetragen, ihre Mahlzeiten sind karg. Sie leben am Rande des Existenzminimums, oft unsichtbar in der Welt derer, die im Überfluss leben.
Diese beiden Welten existieren nebeneinander, oft getrennt durch eine unsichtbare Mauer. Die einen leben im Luxus, während die anderen ums nackte Überleben kämpfen. Die Frage „Wer will noch mehr, wer hat zu viel?“ wird so zu einer bitteren Anklage, zu einem Spiegelbild der Ungleichheit in unserer Gesellschaft.
Manchmal entsteht dieses Gefühl der Ungerechtigkeit aus einer plötzlichen Erkenntnis, mit einem Blick in die Nachrichten, einer Begegnung auf der Straße, einem Gespräch mit einem Menschen, der in Armut lebt. Dann sehen wir die Diskrepanz zwischen Überfluss und Mangel, zwischen Luxus und Entbehrung, zwischen „mehr“ und „zu viel“.
Doch oft verflüchtigt sich diese Erkenntnis so schnell, wie sie gekommen ist. Der Alltag holt uns ein, die eigenen Sorgen und Bedürfnisse rücken in den Vordergrund, die Ungleichheit wird wieder zur Normalität. Und so leben wir weiter mit unserer eigenen Welt, häufig ohne uns der Größe der Kluft zwischen den Lebensrealitäten bewusst zu sein. Ist es wirklich notwendig, immer mehr zu wollen? Brauchen wir all die Dinge, die wir besitzen? Können wir nicht lernen, mit weniger zufrieden zu sein? Können wir nicht unseren Blick weiten und die Not derer sehen, die weniger haben als wir?
Es geht nicht darum, Mitleid zu haben und jemanden zu bemuttern. Es geht darum, wirklich Leben zu sichern. Nicht immer hasserfüllt auf andere zu blicken, sondern die Hand auszustrecken. „Guten Morgen“ zu sagen oder Hilfe anzubieten. Sollte es nicht eine Hauptsache sein, dass jeder die Möglichkeit zum Überleben hat? Es ist egal mit wie viel man nun glücklich wird, doch dass Menschen hungern müssen, während andere im Überfluss leben und mehr haben, dass sie gar darin ertrinken, dann kann das nicht gerechtfertigt werden.
Die Frage „Wer will noch mehr, wer hat zu viel?“ kann uns dazu anregen, über unser eigenes Konsumverhalten nachzudenken, über unsere Werte und Prioritäten, über unsere Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen und unserem Planeten. Sie kann uns dazu bewegen, uns für eine gerechtere Verteilung der Ressourcen einzusetzen, für eine Welt, in der niemand zu viel zu viel hat und niemand durch zu wenig leiden muss.
Diese Frage ist somit nicht nur eine Anklage, sie ist auch eine Einladung zur Reflexion, eine Aufforderung, Verantwortung zu übernehmen und unseren Teil zu einer gerechteren und nachhaltigeren Welt beizutragen. Sie erinnert uns daran, dass wahres Glück nicht im Besitz von immer mehr Dingen liegt, sondern in der Verbundenheit mit unseren Mitmenschen und der Achtung vor den Grenzen unseres Planeten. Sie erinnert uns daran, dass die Frage „Wer will noch mehr, wer hat zu viel?“ eine ist, die uns alle betrifft.
Credits
Bild: Kendra Mersch
Text: Katharina Hammes & Kendra Mersch
Verlinkungen: