Emily Seifert | 08. März 2025 | Lesedauer 6 min

Auch die nachhaltige Gestaltung von Druckprodukten gewinnt zunehmend mit dem Umweltschutz immer weiter an Bedeutung. Doch was genau verstehen wir eigentlich unter nachhaltigen Farben?
Sie zeichnen sich primär dadurch aus, dass sie umweltfreundlich hergestellt werden und möglichst geringe negative Auswirkungen auf Ökosysteme und die menschliche Gesundheit haben. Hoffentlich gibt es bald die Chance herkömmliche Druckfarben, die oft auf fossilen Rohstoffen basieren und schädliche Chemikalien enthalten, damit zu ersetzen.
Die Farben basieren auf pflanzlichen Pigmenten, die aus erneuerbaren Rohstoffen gewonnen werden. Zum Beispiel Sojaölbasierte Druckfarben enthalten weniger flüchtige organische Verbindungen [1] als mineralölbasierte Farben und sind somit umweltfreundlicher.
[1} engl. volatile organic compunds, kurz: VOCs
Wasserbasierte Farben verzichten generell weitgehend auf organische Lösungsmittel und sind biologisch abbaubar. Hingegen verwenden mineralbasierte Farben Pigmente aus natürlichen Mineralien, die langlebig und umweltverträglich sind. Darüber hinaus werden auch Farben aus recycelten Materialien oder mikrobiell erzeugte Pigmente als experimentelle Ansätze erforscht. Diese neuen Technologien erweitern hoffentlich die Palette nachhaltiger Farben und reduzieren dann langfristig die Umweltauswirkungen der Druckindustrie.
Eine wichtige Rolle spielen hierbei zudem Zertifizierungen, welche nachhaltige Produkte besser kenntlich machen und Verbraucher:innen Orientierung bieten, wie etwa das „Blauer Engel“-Label.
Obwohl auch heute schon nachhaltige Farben zunehmend genutzt werden, fehlen häufig entscheidende Informationen für Verbraucher:innen und Unternehmen zu beispielsweise der Qualität der Drucke (unter anderem der Deckkraft, Haltbarkeit und Farbrichtigkeit) oder auch der Kosten jeglicher Produkte, die mit der Farbe hergestellt werden. Ohne diese Informationen wird leider noch immer eher zu den [handles]üblichen Farben gegriffen, einfach aus Gewohnheit und Sicherheit, denn man weiß als Verbraucher:in, dass die Farben und die Qualität der Drucke dem eigenen Anspruch entsprechen und wird nicht von einem nicht-zufriedenstellendem Ergebnis überrascht. Oftmals ist man zum Zeitpunkt des Druckens schon durch Faktoren wie zum Beispiel einer Abgabe gestresst und vermeidet dann die doppelte Arbeit, die durch das Nutzen der nachhaltigen Farben entstehen könnte und geht mit der sicheren und angenehmeren Variante.
Viele Herstellende geben unter anderem nicht genau an, welche Rohstoffe verwendet werden oder ob Nebenprodukte bei der Herstellung anfallen.
Es ist oft unklar, wie nachhaltig die Farben während ihres gesamten „Lebenszyklus“ wirklich sind und auch die Kompatibilität mit modernen Drucktechniken, wie dem Digitaldruck wird selten ausreichend kommuniziert. Das Budget spielt bei nachhaltigen Farben oft auch eine Rolle, denn sie sind teurer und weniger leicht verfügbar, was ihre Nutzung besonders für kleinere Projekte oder Student:innen erschwert.
Zusätzlich fehlen häufig standardisierte Vergleichsmetriken, um die Umweltfreundlichkeit verschiedener Farben objektiv zu bewerten. Wir als Verbraucher:innen brauchen klare Kennzeichnungen, die Informationen zum CO2-Fußabdruck, chemischer Zusammensetzung und der Recyclingfähigkeit der Farben deutlich machen. Ein weiterer Aspekt, welcher oft nicht ausreichend berücksichtigt wird, ist die Transparenz in der Lieferkette. Denn selbst wenn die Farbe besser für die Umwelt ist, heißt es nicht, dass die Lieferkette genauso nachhaltig ist. Dieser Punkt ist schade, denn der gesamte Ablauf sollte nachhaltig und vertretbar sein.
Für mich als Gestalterin wäre ein nächster Punkt, wie eben schon kurz erwähnt, wie und ob denn die wirkliche Umsetzung meiner Projekte möglich ist, oder ob man in vielen Bereichen Abstriche machen muss?

Die Auswahl von Materialien wie Recyclingpapier oder anderen umweltfreundlichen Optionen ist oft mit höheren Kosten und geringerer Druckqualität verbunden. Viele Druckereien haben ihre Technologien leider noch nicht auf umweltfreundliche Verfahren umgestellt. UV- und Digitaldruck erfordern beispielsweise spezielle Farbformulierungen, mit denen nachhaltige Farben nicht immer kompatibel sind. Sie können also in ihrer Leuchtkraft und Haltbarkeit hinter konventionellen Farben zurückbleiben. Dadurch wird eine Herausforderung für Projekte dargestellt, bei denen eben genau das erforderlich ist.
Eine weitere Hürde ist die Logistik. Nachhaltige Materialien und Farben sind oft nicht in der Nähe verfügbar, was längere Transportwege und somit einen erhöhten CO2-Ausstoß mit sich bringen kann. Auch die Integration von Kreislaufwirtschaftsprinzipien, bei denen Druckprodukte nach Gebrauch recycelt oder biologisch abgebaut werden können, ist noch nicht flächendeckend überall umgesetzt. Was ein wenig Beruhigung schafft ist der Fakt, dass sich über diese Punkte mittlerweile Gedanken gemacht werden. Hoffentlich sehen wir dann in den nächsten Jahren erste positive Veränderungen, die das Benutzen von nachhaltigen Farben ansprechender und einfacher machen.
Eine Möglichkeit, die es heutzutage sehr wohl schon gibt ist es mit sogenannten Outlineschriften Projekte zu gestalten, wodurch der Verbrauch von Farbe selbst verringert wäre Outline-Schriften sind Schriftarten, die lediglich den Umriss der Buchstaben zeigen, ohne ausgefüllte Flächen. Sie bieten zahlreiche Möglichkeiten für moderne und auffällige Designs.
Sie eignen sich hervorragend für Plakate und Poster, da sie Aufmerksamkeit auf sich ziehen und modern wirken besonders, wenn ein leichter und minimalistischer Eindruck gewünscht ist. Im digitalen Design können Outline-Schriften mit Farbverläufen oder Animationen kombiniert werden, um dynamische Effekte zu erzeugen.
Zu den beliebten Outline-Schriften gehören Neon Outline mit klaren, geometrischen Formen, sowie Century Gothic Outline, die minimalistisch und elegant wirkt. Monoline Outline bietet eine gleichmäßige Linienbreite und ist vielseitig einsetzbar. Raleway Dots ist eine kreative Variante mit gepunkteten Umrissen, die ideal für verspielte Designs ist.
Outline-Schriften lassen sich auch hervorragend in Kombination mit nachhaltigen Farben einsetzen, um ein umweltbewusstes und gleichzeitig modernes Design zu kreieren. Durch die geringere Farbfläche, die bei Outline-Schriften benötigt wird, können sie indirekt zum Farbsparen beitragen. Zusammen mit besonderen Papieren oder dezenten Farbpaletten erzielen sie eine ästhetische und umweltschonende Wirkung.
Nachhaltige Farben und Druckmethoden sind die größten Punkte, die verändert werden müssen, um die Umweltauswirkungen der Druckindustrie zu verringern. Es heißt jedoch trotzdem weiter Anstrengungen, um Transparenz, Verfügbarkeit und technische Kompatibilität sicherzustellen. Outline-Schriften können diese nachhaltigen Ansätze kreativ unterstützen, indem sie mit ihrem minimalistischen Design einen innovativen Look schaffen. Nachhaltigkeit und Ästhetik gehen somit Hand in Hand, wenn die richtigen Entscheidungen getroffen werden.
Die Druckindustrie steht an einem Wendepunkt, bei dem technologische Innovationen und gestiegene gesellschaftliche Erwartungen zusammenkommen. Durch die Zusammenarbeit von Herstellern, Designern und Konsumenten können nachhaltige Farben und Druckmethoden weiterentwickelt werden. Das Einbringen solcher Ansätze in unseren Alltag bietet nicht nur ökologische Vorteile, sondern trägt auch dazu bei, eine neue Ära verantwortungsvoller Kreativität zu normalisieren und zu vereinfachen.
Credits
Fotos: Emily Seifert
Text: Emily Seifert
Emily Seifert
08. März 2025
Lesedauer 6 min

Auch die nachhaltige Gestaltung von Druckprodukten gewinnt zunehmend mit dem Umweltschutz immer weiter an Bedeutung. Doch was genau verstehen wir eigentlich unter nachhaltigen Farben?
Sie zeichnen sich primär dadurch aus, dass sie umweltfreundlich hergestellt werden und möglichst geringe negative Auswirkungen auf Ökosysteme und die menschliche Gesundheit haben. Hoffentlich gibt es bald die Chance herkömmliche Druckfarben, die oft auf fossilen Rohstoffen basieren und schädliche Chemikalien enthalten, damit zu ersetzen.
Die Farben basieren auf pflanzlichen Pigmenten, die aus erneuerbaren Rohstoffen gewonnen werden. Zum Beispiel Sojaölbasierte Druckfarben enthalten weniger flüchtige organische Verbindungen [1] als mineralölbasierte Farben und sind somit umweltfreundlicher.
[1} engl. volatile organic compunds, kurz: VOCs
Wasserbasierte Farben verzichten generell weitgehend auf organische Lösungsmittel und sind biologisch abbaubar. Hingegen verwenden mineralbasierte Farben Pigmente aus natürlichen Mineralien, die langlebig und umweltverträglich sind. Darüber hinaus werden auch Farben aus recycelten Materialien oder mikrobiell erzeugte Pigmente als experimentelle Ansätze erforscht. Diese neuen Technologien erweitern hoffentlich die Palette nachhaltiger Farben und reduzieren dann langfristig die Umweltauswirkungen der Druckindustrie.
Eine wichtige Rolle spielen hierbei zudem Zertifizierungen, welche nachhaltige Produkte besser kenntlich machen und Verbraucher:innen Orientierung bieten, wie etwa das „Blauer Engel“-Label.
Obwohl auch heute schon nachhaltige Farben zunehmend genutzt werden, fehlen häufig entscheidende Informationen für Verbraucher:innen und Unternehmen zu beispielsweise der Qualität der Drucke (unter anderem der Deckkraft, Haltbarkeit und Farbrichtigkeit) oder auch der Kosten jeglicher Produkte, die mit der Farbe hergestellt werden. Ohne diese Informationen wird leider noch immer eher zu den [handles]üblichen Farben gegriffen, einfach aus Gewohnheit und Sicherheit, denn man weiß als Verbraucher:in, dass die Farben und die Qualität der Drucke dem eigenen Anspruch entsprechen und wird nicht von einem nicht-zufriedenstellendem Ergebnis überrascht. Oftmals ist man zum Zeitpunkt des Druckens schon durch Faktoren wie zum Beispiel einer Abgabe gestresst und vermeidet dann die doppelte Arbeit, die durch das Nutzen der nachhaltigen Farben entstehen könnte und geht mit der sicheren und angenehmeren Variante.
Viele Herstellende geben unter anderem nicht genau an, welche Rohstoffe verwendet werden oder ob Nebenprodukte bei der Herstellung anfallen.
Es ist oft unklar, wie nachhaltig die Farben während ihres gesamten „Lebenszyklus“ wirklich sind und auch die Kompatibilität mit modernen Drucktechniken, wie dem Digitaldruck wird selten ausreichend kommuniziert. Das Budget spielt bei nachhaltigen Farben oft auch eine Rolle, denn sie sind teurer und weniger leicht verfügbar, was ihre Nutzung besonders für kleinere Projekte oder Student:innen erschwert.
Zusätzlich fehlen häufig standardisierte Vergleichsmetriken, um die Umweltfreundlichkeit verschiedener Farben objektiv zu bewerten. Wir als Verbraucher:innen brauchen klare Kennzeichnungen, die Informationen zum CO2-Fußabdruck, chemischer Zusammensetzung und der Recyclingfähigkeit der Farben deutlich machen. Ein weiterer Aspekt, welcher oft nicht ausreichend berücksichtigt wird, ist die Transparenz in der Lieferkette. Denn selbst wenn die Farbe besser für die Umwelt ist, heißt es nicht, dass die Lieferkette genauso nachhaltig ist. Dieser Punkt ist schade, denn der gesamte Ablauf sollte nachhaltig und vertretbar sein.
Für mich als Gestalterin wäre ein nächster Punkt, wie eben schon kurz erwähnt, wie und ob denn die wirkliche Umsetzung meiner Projekte möglich ist, oder ob man in vielen Bereichen Abstriche machen muss?

Die Auswahl von Materialien wie Recyclingpapier oder anderen umweltfreundlichen Optionen ist oft mit höheren Kosten und geringerer Druckqualität verbunden. Viele Druckereien haben ihre Technologien leider noch nicht auf umweltfreundliche Verfahren umgestellt. UV- und Digitaldruck erfordern beispielsweise spezielle Farbformulierungen, mit denen nachhaltige Farben nicht immer kompatibel sind. Sie können also in ihrer Leuchtkraft und Haltbarkeit hinter konventionellen Farben zurückbleiben. Dadurch wird eine Herausforderung für Projekte dargestellt, bei denen eben genau das erforderlich ist.
Eine weitere Hürde ist die Logistik. Nachhaltige Materialien und Farben sind oft nicht in der Nähe verfügbar, was längere Transportwege und somit einen erhöhten CO2-Ausstoß mit sich bringen kann. Auch die Integration von Kreislaufwirtschaftsprinzipien, bei denen Druckprodukte nach Gebrauch recycelt oder biologisch abgebaut werden können, ist noch nicht flächendeckend überall umgesetzt. Was ein wenig Beruhigung schafft ist der Fakt, dass sich über diese Punkte mittlerweile Gedanken gemacht werden. Hoffentlich sehen wir dann in den nächsten Jahren erste positive Veränderungen, die das Benutzen von nachhaltigen Farben ansprechender und einfacher machen.
Eine Möglichkeit, die es heutzutage sehr wohl schon gibt ist es mit sogenannten Outlineschriften Projekte zu gestalten, wodurch der Verbrauch von Farbe selbst verringert wäre Outline-Schriften sind Schriftarten, die lediglich den Umriss der Buchstaben zeigen, ohne ausgefüllte Flächen. Sie bieten zahlreiche Möglichkeiten für moderne und auffällige Designs.
Sie eignen sich hervorragend für Plakate und Poster, da sie Aufmerksamkeit auf sich ziehen und modern wirken besonders, wenn ein leichter und minimalistischer Eindruck gewünscht ist. Im digitalen Design können Outline-Schriften mit Farbverläufen oder Animationen kombiniert werden, um dynamische Effekte zu erzeugen.
Zu den beliebten Outline-Schriften gehören Neon Outline mit klaren, geometrischen Formen, sowie Century Gothic Outline, die minimalistisch und elegant wirkt. Monoline Outline bietet eine gleichmäßige Linienbreite und ist vielseitig einsetzbar. Raleway Dots ist eine kreative Variante mit gepunkteten Umrissen, die ideal für verspielte Designs ist.
Outline-Schriften lassen sich auch hervorragend in Kombination mit nachhaltigen Farben einsetzen, um ein umweltbewusstes und gleichzeitig modernes Design zu kreieren. Durch die geringere Farbfläche, die bei Outline-Schriften benötigt wird, können sie indirekt zum Farbsparen beitragen. Zusammen mit besonderen Papieren oder dezenten Farbpaletten erzielen sie eine ästhetische und umweltschonende Wirkung.
Nachhaltige Farben und Druckmethoden sind die größten Punkte, die verändert werden müssen, um die Umweltauswirkungen der Druckindustrie zu verringern. Es heißt jedoch trotzdem weiter Anstrengungen, um Transparenz, Verfügbarkeit und technische Kompatibilität sicherzustellen. Outline-Schriften können diese nachhaltigen Ansätze kreativ unterstützen, indem sie mit ihrem minimalistischen Design einen innovativen Look schaffen. Nachhaltigkeit und Ästhetik gehen somit Hand in Hand, wenn die richtigen Entscheidungen getroffen werden.
Die Druckindustrie steht an einem Wendepunkt, bei dem technologische Innovationen und gestiegene gesellschaftliche Erwartungen zusammenkommen. Durch die Zusammenarbeit von Herstellern, Designern und Konsumenten können nachhaltige Farben und Druckmethoden weiterentwickelt werden. Das Einbringen solcher Ansätze in unseren Alltag bietet nicht nur ökologische Vorteile, sondern trägt auch dazu bei, eine neue Ära verantwortungsvoller Kreativität zu normalisieren und zu vereinfachen.
Credits
Fotos: Emily Seifert
Text: Emily Seifert